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My Broken Mariko

Und ehe du dich versiehst, stehst du unter einer Laterne und weinst, bis der Schnodder dir in den Mund läuft.

Vom ersten Treffen bis zum letzten Nimmerwiedersehen wiederholen sich die Momente, die von nun an Erinnerungen sind – an einen Menschen, der nie verstanden werden konnte, wollte, durfte. „My Broken Mariko“ zeigt die Trauer einer Freundin, der es nicht vergönnt war, mit ihrer Seelenverwandten zu sterben, noch bevor sie realisierte, was sie eigentlich war für Mariko, für ihre kaputte Mariko. Denn ja, das Leben ist unsagbar merkwürdig und unerträglich noch dazu.

„I dont even know how to start to fix myself“, wispert Mariko und tänzelt folgenschwer durch ihr kurzes Leben. Nichts davon war ihre Schuld, ihre vermeintlichen Makel, ihre Fehler, aber alles war falsch, was sie für ihre Partner und ihre Väter tat. Nur Shiino, ihre beste Freundin, ihre Welt, verstand sie. Shiino indes – verstand nichts.

Mit der Asche ihrer Freundin reist Shiino ans Meer und will Abschied nehmen von einem Menschen, den sie nie, aber besser als alle anderen verstand.

„Her suffering was greater than i thought“

„My Broken Mariko“ führt mild, aber intensiv in die Erinnerungen von Shiino an Mariko, an die Schläge, Rettungen, Feuerwerke auf dem Dach. „I cant feel anything“, sagt Mariko, während Shiino schreit:

„I am here but you are not!“

Hauptdarstellerin Mei Nagano explodiert geradezu archaisch in der Verzweiflung ihres Verlusts. Eine Ohnmacht legt sich über ihr Gemüt, die in wenigen Momenten, dem Taschendieb verfolgend, an der Klippe stehend, im Restaurant saufend, den Blick freigibt auf eine zutiefst verunsicherte Frau, die mehr und mehr versteht. Bis am Ende ein Brief reicht und ein einfaches Wort: klar.

„The only thing you can do for a person that is gone is to live“, spricht der Fremde mit der Angel. Und es ist eine schmerzliche Wahrheit, die „My Broken Mariko“ zu einem wunderbaren Erlebnis macht, das nicht viel Neues über Verlust oder Trauer zu sagen hat, aber die genau richtigen Worte findet. Worte, die mahnen: zum Erinnern, zum Innehalten, zum Verstehen von jenen, die leiden, die kaputt sind, die, die uns bereichern trotz all ihrer Kämpfe. Lassen wir sie nicht allein.

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